„Sie wird unsere Ministerpräsidentin!“

Hannelore Kraft
Hannelore Kraft

Dr. Peter Paul Ahrens: Die Chance zum Wechsel ist da!

Begrüßt wurden die rund 400 Gäste aus dem gesamten Märkischen Kreis vom Iserlohner Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. In einer engagierten Rede machte er schnell klar, dass die SPD die besseren Konzepte als die schwarz-gelbe Landesregierung hat: "Wir treten ein für finanziell leistungsfähige Städte und Gemeinden, die den Menschen Heimat geben können und nicht länger im wahrsten Sinne des Wortes die Zeche für eine verfehlte Landespolitik zahlen müssen." Auch deshalb habe sich gerade in den letzten Wochen die politische Stimmung zugunsten seiner Partei gedreht. Die Chance zum Regierungswechsel sei da: „Bei der Wahl am 9. Mai geht es aber nicht nur um die Landespolitik und das Ende des schwarz-gelben Kurses. Es geht auch um die politische Kultur in unserem Land. Es geht um Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit, Eigenschaften, die Jürgen Rüttgers und die CDU verloren haben. Beredtes Beispiel hierfür ist die Affäre um die Vermietung des Ministerpräsidenten – und die offenbar aus der Staatskanzlei gesteuerte Bespitzelung unserer Spitzenkandidatin.“ Hannelore Kraft an der Spitze unseres Landes täte Nordrhein-Westfalen gut, denn sie würde neuen Schwung in die Landespolitik bringen und den Menschen Hoffnung und Optimismus geben.

Olaf Scholz: Am 9. Mai geht es um die Zukunft der arbeitenden Menschen

Olaf Scholz, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD und bis 2009 Arbeits- und Sozialminister der Bundesrepublik Deutschland, unterstrich, dass es bei der Landtagswahl am 9. Mai auch und vor allem darum gehe, die Lage der arbeitenden Menschen in ganz Deutschland zu verbessern. Sie dürften nicht die Opfer einer Finanzkrise sein, die andere angezettelt hätten. Scholz unterstrich die wichtige Rolle der Sozialdemokraten in der Bundesregierung bei Ausbruch der Krise: Peer Steinbrück habe die Krise hervorragend gemanagt, und es erweise sich jetzt, wie wichtig die beiden Konjunkturprogramme und die Ausweitung der Kurzarbeit gewesen seien: „Das kam alles von der SPD!“ Von der CDU, namentlich von Rüttgers, sei da nichts gekommen und von denen komme auch nichts mehr außer von der FDP vorangetriebenen Angriffen auf die tarifliche Mitbestimmung und eine menschenwürdige, gerechte Lohnpolitik.

Die Diskussionsrunde: Olaf Scholz, Thomas Schlenz, Guntram Schneider

In der anschließenden, vom früheren Leiter des ZDF-Landesstudios und Steinbrück-Sprecher Martin Schmuck moderierten Diskussionsrunde stellten sich neben Olaf Scholz auch Guntram Schneider, der DGB-Landesvorsitzende und designierte Arbeitsminister von NRW („alles andere als ein Laumann“), sowie der Konzernbetriebsratsvorsitzende von ThyssenKrupp, Thomas Schlenz, klar gegen den Kurs der nordrhein-westfälischen Landesregierung.
Thomas Schlenz berichtete, während der harten Auseinandersetzungen um die Mitbestimmung bei ThyssenKrupp im vergangenen Jahr habe der amtierende Ministerpräsident und selbsternannte „Arbeiterführer“ nicht ein einziges Mal das Gespräch mit ihm oder der Belegschaft gesucht. Angesprochen auf die Lage bei Bilstein in Werdohl kündigte Schlenz an, er werde am kommenden Mittwoch im Werdohler Werk sein und mit den Kolleginnen und Kollegen über weitere Schritte beraten. Jetzt gehe es darum, den 111 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine sichere Perspektive, sprich: Arbeit, zu geben. Das könne dann auch sehr konfliktreich werden.
Guntram Schneider stellte knapp und klar die Unterschiede zwischen der Arbeitsmarktpolitik der SPD und CDU/FDP-Koalition in Berlin und Düsseldorf heraus, die gerade in Fragen der Mitbestimmung kratertief seien. Natürlich wisse auch die SPD, dass Unternehmen Gewinne erwirtschaften müssten, aber es gehe eben auch um ihre gerechte Verteilung und um Fairness gegenüber den Belegschaften, gerade dann, wenn es eng werde. Viel Gelächter folgte seiner Anekdote, dass Jürgen Rüttgers ihn während der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen angerufen habe mit der Aussage, er hätte die Mitbestimmung gerettet und verdiene dafür doch bestimmt die Hans-Böckler-Medaille. Schneider: „Da habe ich ihm gesagt: Wenn mit jemand etwas stehen will und im letzten Moment zurück zuckt, muss ich mich ja auch nicht beim Dieb dafür bedanken, dass er mich nicht beklaut hat.“

Talk mit Hannelore Kraft: Menschlich und engagiert

Einer kurzen Pause folgte der zweite Höhepunkt des Abends: Hannelore Kraft ließ sich von ihrem „Lieblingsmoderator“ Reinhard Münchenhagen interviewen und stellte sich dabei seinen ganz persönlichen Fragen. Dabei kam die Sprache weniger auf ihren politischen Werdegang – „mich hat die SPD erst gar nicht reingelassen, dachte ich jedenfalls!“-, sondern vor allem auf ihre Familie („die ist ganz klar eine Kraftquelle!“), ihre Jugendzeit im Ruhrgebiet und ihre Erfahrungen in der Schule. Eins wurde in dem Gespräch besonders deutlich: Hannelore Kraft hat einen Sinn und viel Gespür dafür, was Menschen bewegt, ob am Arbeitsplatz oder in der Familie.
Die Landesvorsitzende der NRWSPD gab einige Einblicke in ihre wochenlangen „Tatkraft-Tour, während der sie beispielsweise normalen Schichtdienst in einem Pflegeheim oder in einem betrieb gemacht habe, um sich das Gespür für den Arbeitsalltag der Menschen zu erhalten. Da seien manche ganz überrascht gewesen, dass sie wie andere nicht nur für einen halbstündigen Wahlkampftermin mit Pressetross vorbeigekommen sein, sondern für einen vollen Achtstunden-Tag. Hannelore Kraft: „Presse wollte ich nicht dabei haben, da haben sich viele gewundert.“ Ihr Fazit: „Politik muss sich immer den Sorgen und Nöten der Menschen stellen!“.
Nach gefühlten fünf, aber tatsächlichen 30 Minuten ging ein lockerer, gelegentlich ernsthafter Talk zu Ende – aber nicht der Besuch einer tollen, überzeugenden und sympathischen Wahlkämpferin in Iserlohn. Es war genügend Zeit für Gespräche und viele, viele Fotos.

> Hier geht’s zum Bericht des Iserlohner Kreisanzeigers