Michael Scheffler ist neuer Vorsitzender der AWO Westliches Westfalen

Der AWO Bezirksverband Westliches Westfalen – mit 40.000 Mitgliedern und 17.500 Mitarbeitern die größte AWO Gliederung im Bundesgebiet – hat einen neuen Vorsitzenden. Die Bezirkskonferenz wählte am Donnerstag (Fronleichnam) den SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler zu ihrem Vorsitzenden. Er löst damit den langjährigen Vorsitzenden Bodo Champignon ab, dessen Verdienste von den über 500 Delegierten und Gästen im Schwerter Freischütz mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden gewürdigt wurden. Zu Beginn der Konferenz war Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit der Marie-Juchacz-Plakette die höchste Auszeichnung verliehen worden, die die AWO zu vergeben hat. Gewürdigt werde damit ihre engagierte Sozialpolitik und ihr Politik- und Regierungsstil, der „den Dialog in den Mittelpunkt setzt“.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe, vor allem auf die Zusammenarbeit mit so vielen haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen, die die gemeinsame gute Sache eint“, betonte der neue Vorsitzende Michael Scheffler. Der 1954 in Letmathe geborene Sozialdemokrat kennt sich in der Arbeiterwohlfahrt bestens aus. Neben seiner politischen Arbeit auf Kommunal- und Landesebene ist er seit vielen Jahren in verschiedenen Funktionen sowohl haupt- als auch ehrenamtlich für die AWO tätig. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Bezirkskonferenz Christian Bugzel, Vorsitzender des Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen und die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Unterbezirks Dortmund, Gerda Kieninger.

„AWO: Solidarisch und gerecht“, war das Motto der diesjährigen Bezirkskonferenz, die alle vier Jahre die Delegierten aus dem Verband Westlichen Westfalen zusammenführt. Grundtenor der Veranstaltung: In Zeiten gravierender sozialpolitischer Veränderungen und Einschnitte ist solidarisches und gerechtes Handeln in arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Fragen dringender denn je. Entsprechend dezidiert waren die Forderungen an die Politik in Land und Bund, die in den Anträgen zur Arbeit der nächsten Jahre formuliert wurden. Zentrale Herausforderung der Zukunft: die verantwortungsvolle Gestaltung des demographischen Wandels. Die AWO mahnt: „heute schon an morgen denken“. Dabei setzt sie sich für eine nachhaltige und gerechte Reform der Pflegeversicherung ebenso ein wie für einen Ausbau der Kinderbetreuung und die Stärkung des Präventionsprinzips in der Jugendhilfe. Denn: Wer kein Kind zurück lässt und gleiche Chancen für alle schafft, ebnet jungen Menschen den Weg, die die alternde Gesellschaft so dringend braucht und verhindert nachhaltig Altersarmut.

Ein Thema, dass auch Hannelore Kraft in ihrer Rede vor der Bezirkskonferenz hervorhob. „Wir müssen auf aktuelle Not reagieren. Aber wir müssen auch vorbeugend tätig werden“, mahnte sie. Und: „Frühe Förderung ist die beste Vorsorge, um später nicht nachbessern zu müssen. Die Präventionskette muss bei der Geburt beginnen und darf bis zum erfolgreichen Berufseinstieg nicht abreißen.“
Die Ministerpräsidentin dankte ausdrücklich dem scheidenden Vorsitzenden Bodo Champignon für die geleistete Arbeit der vergangenen 18 Jahre. Er habe die Arbeiterwohlfahrt auf dem Weg zum Sozialunternehmen mit modernen Dienstleistungsstrukturen entscheidend geprägt und die Weichen für die Zukunft richtig gestellt.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht für die zurückliegenden vier Jahre hob dieser die besondere Aufgabe der AWO als Sprachrohr für die Schwächsten der Gesellschaft und als Garant für engagierte soziale Arbeit hervor. Als größte Herausforderung der Zukunft nannte er die Gewinnung neuer Mitglieder, um der Überalterung vorzubeugen. Er betonte aber auch: „Wir sind nach wie vor ein starker Mitgliederverband, der in der Gesellschaft fest verwurzelt ist.“
Personell und wirtschaftlich ist die AWO Westliches Westfalen ebenfalls gut aufgestellt. Geschäftsführer Wolfgang Altenbernd nannte für das zurückliegende Jahr eine Bilanzsumme von 635 Millionen Euro. Die AWO sei damit nicht nur ein bedeutendes Sozialunternehmen, sondern auch ein Faktor in der Wirtschaft schlechthin. Ausdrücklich bedankte er sich bei den vielen Freiwilligen, die in der AWO tätig sind. Erst die Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt mache den Erfolg der Arbeiterwohlfahrt aus.