„Schützen und ihren UNESCO-Antrag nicht als politisches Spiel missbrauchen“

Der Landtag diskutierte gestern (30.01.14) über die Bewerbungen zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Dabei forderte die CDU-Fraktion unter anderem, dass die Landesregierung den Antrag des Schützenbrauchtums auf Aufnahme in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ im Auswahlverfahren unterstützen soll.

„Der CDU ging es mit ihrem Antrag aber nicht um eine vernünftige Sachdebatte, sondern um politisches Vorführen, das auf dem Rücken der Schützen ausgetragen werden sollte“, kommentiert der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler. „Unsere Entscheidung bei der Abstimmung hatte nichts mit den Schützenvereinen an sich zu tun. Es geht einzig um das Verfahren, wie wir in Nordrhein-Westfalen zum Eintrag in die Liste auf Bundesebene gelangen.

Die Landesregierung hat dafür zu sorgen, dass in Nordrhein-Westfalen eine Vorschlagsliste erstellt wird und zwei Vorschläge für die Bundesebene ausgewählt werden. Diese Aufgabe wurde einer unabhängigen Jury anvertraut, ganz im Sinne der UNESCO und der Kultusministerkonferenz der 16 Bundesländer.

Nun verlangt die CDU-Landtagsfraktion, dass wir uns auf politischer Ebene für das Schützenbrauchtum und damit gegen die anderen Bewerber wie zum Beispiel das Winterbrauchtum positionieren. Das Anliegen der Schützen genießt meine volle Sympathie. Wir Abgeordnete wissen aber gar nicht genau von allen Antragstellern, geschweige denn kennen wir die konkreten Anträge. Abgesehen davon, dass es für das weitere Bewerbungsverfahren offensichtlich eher kontraproduktiv ist, akzeptieren wir das bundesweit abgestimmte Verfahren und vertrauen den jeweiligen Jurymitgliedern“, stellte Scheffler klar.

In NRW sind 21 Anträge im November 2013 eingegangen. Drei von Einzelpersonen, weitere von Vereinen und Einrichtungen. Die Bewerbungen beziehen sich auf Kunstsparten, musikalische Traditionen und Handwerkstechniken, Traditionen mit religiösen Bezügen oder der Gedächtnispflege, des Weiteren auf das Schützenbrauchtum und den rheinischen Karneval.